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Wie kommt der Strom ins Haus?

veröffentlicht am 30. Mai 2016 | Kategorie: Allgemein

Wenn ein elektrischer Verbraucher in den eigenen vier Wänden angeschaltet wird, hat der hierfür benötigte Strom bereits einen langen Weg hinter sich. So muss die elektrische Energie nach der Erzeugung über zahlreiche Stationen geleitet werden, bis sie schlussendlich in der eigenen Steckdose ankommt. Doch wie sieht der Transportweg von der Stromerzeugung bis zum Endverbraucher eigentlich im Detail aus?

 

Methoden zur Energieerzeugung und Transport

Von der Erzeugung im Kraftwerk bis zur Einspeisung ins Übertragungsnetz

Damit der elektrische Strom in ein Netz eingespeist werden kann, muss er selbstverständlich erst einmal erzeugt werden, was in Deutschland auf verschiedene Weisen geschieht. Im Wesentlichen wird die elektrische Energie hierzulande aus einem Mix von fossilen Rohstoffe, Kernernergie und regenerativen Quellen erzeugt. Der Löwenanteil stammt hierbei aus Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken, wobei Strom aus Windkraft, Solar- und Biogas-Anlagen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Nach der grundlegenden Stromerzeugung folgt die Einspeisung in das öffentliche Netz, was über verschiedene Stufen funktioniert. Grundsätzlich wird der Storm in Versorgungsnetzen mit festgelegten Spannungen – bei Wechselstrom ebenfalls mit fest definierten Frequenzen – transportiert. Der Transport erfolgt hierbei für gewöhnlich mit dreiphasigem Wechselstrom bzw. Drehstrom, wobei die Spannungshöhe dem entsprechenden Verwendungszweck angepasst wird. Im ersten Schritt wird der Strom vom Kraftwerk in ein Hochspannungsnetz eingespeist, das als Übertragungsnetz bezeichnet wird und für die Grobverteilung zuständig ist. Die Spannung innerhalb dieses Netzes beträgt mehrere hundert Kilovolt, da bei hohen Spannungen der Leistungsverlust auch über lange Strecken äußerst gering ausfällt.

Die Lieferung von Strom vom Übertragungsnetz bis hin zum örtlichen Verteilernetz

Im nächsten Schritt der Stromversorgung wird die elektrische Energie vom Übertragungsnetz in Umspannwerke transferiert, wo die Spannung auf einen Wert von knapp 20 Kilovolt reduziert wird. Von hier aus wird der Strom in das sogenannte Mittelspannungsnetz geleitet, das die Energie an Transformatorstationen des Niederspannungsnetzes – beispielsweise von Städten, Ortschaften und Betrieben – weitergibt. Bei der Einspeisung in das Niederspannungsnetz wird die Spannung auf einen Wert von 230 bzw. 400 Volt reduziert. Nach der Spannungsreduktion übernimmt das Niederspannungsnetz die Aufgabe der Feinverteilung und wird daher auch als örtliches Verteilernetz bezeichnet. Von hier aus wird der Strom an einzelne Haushalte, Verwaltungen sowie kleinere Betriebe des Gewerbes sowie der Industrie weitergeleitet.

Überregionale Verknüpfung der Übertragungsnetze

Im Bereich der Hoch- und Höchstspannung sind die einzelnen Versorgungsnetze der Betreiber über Fernleitungen miteinander verbunden. Dieser Zusammenschluss von Hochspannungsnetzen wird auch als nationales Verbundnetz bezeichnet. Das nationale Verbundnetz ist wiederrum ein Teil des europäischen Verbundnetzes – kurz EV – das den Austausch von elektrischer Energie auch auf europäischer Ebene erlaubt. Der große Vorteil des europäischen Verbundnetzes ist, dass nationale Schwankungen im Verbrauch sowie in der Erzeugung mit Hilfe des überregionalen Netzes wesentlich besser ausgeglichen werden können, als wenn jedes Land nur über ein alleinstehendes und isoliertes Stromnetz verfügen würde.